Lilli Löbsack
Strafrecht

Lilli Löbsack
Meine vornehmste Aufgabe:  Ihnen zu Ihrem Recht zu verhelfen.

Lilli Löbsack begann ihre juristische Laufbahn 1972 als Staatsanwältin beim  Landgericht Berlin. 1978 -1981 war sie Leiterin der Justizpressestelle und Pressesprecherin des Senators für Justiz in Berlin.

1981 erhielt sie ein Stipendium  der Friedrich- Naumann-Stiftung (FNF-Stiftung für die Freiheit), in deren Auftrag sie in Brasilien Verfassung und Alltag bestimmter Zielgruppen, wie Frauen, Minderjährige, Untersuchungs-und Strafgefangene,  indigene Völker u.a. untersuchte und sie mit der Rechtswirklichkeit in den Jahren der Militärherrschaft  1979-1984 verglich.

Die Studie erschien 1985 im liberal-Verlag und 2012 als Neuauflage in der Schriftenreihe der „Deutsch-Brasilianischen Juristenvereinigung“ beim Shaker Verlag.

Von 1984 bis 1988 leitete sie die Büros der Friedrich- Naumann- Stiftung in Buenos Aires/ Argentinien und in Manila/ Philippinen.

Ab 1989 war sie Abteilungsleiterin bei der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) für Lateinamerika-Ost und ab 1993 bis 2006 Leiterin der Programmabteilung und  stellvertretende Geschäftsführerin des Deutschen Entwicklungsdienstes (DED). Beide Institutionen bilden heute die „Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit„ (www.giz.de), die im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung weltweit  Entwicklungsprojekte plant und umsetzt.

2007 erhielt sie das Bundesverdienstkreuz am Bande.

Seit 2009 ist Lilli Löbsack  Strafverteidigerin in Berlin, zunächst in der Kanzlei Unger Rechtsanwälte, von 2012 bis 2015  in Bürogemeinschaft mit der Kanzlei Danckert, Spiller Richter, Bärlein und seit Januar 2016 in Bürogemeinschaft mit der Kanzlei Danckert, Huber, Bärlein in der Meierottostraße 1 in 10719 Berlin.

Hier ein Auszug aus einem Interview mit Lilli Löbsack:

Rechtsanwältin ist Ihre dritte Karriere. Sie waren viele Jahre im Justizdienst tätig. Sie sind Oberstaatsanwältin a.D. Über Jahrzehnte waren Sie in der Internationalen Entwicklungspolitik aktiv. Was hat Sie bewogen, einen Neustart als Strafverteidigerin zu wagen?

Strafverteidigung ist für mich eine ganz besondere Herausforderung. Schon als Staatsanwältin  legte ich besonderen Wert auf die Beachtung der  Rechte von Beschuldigten und Angeklagten. Ich sah meine Aufgabe darin,  entlastende und nicht nur   belastende Tatsachen zusammenzutragen. Ich vermute, ich habe während meiner Zeit als Staatsanwältin in Berlin mehr Verfahren eingestellt als Anklagen erhoben.

Die zwei Jahrzehnte  in der Internationalen Entwicklungszusammenarbeit haben mir gezeigt, dass die konsequente Einhaltung  der Menschen - und Bürgerrechte unerlässlich ist für ein gedeihliches, menschliches Zusammenleben.

Die Aufgabe als Strafverteidigerin reizt mich auch deshalb, weil ich in Ländern wie Brasilien und Argentinien aus nächster  Nähe erlebt habe, in welche abgrundtiefen Gräuel die Verletzung fundamentaler Menschenrechte führt. Ich hatte 1985 in Buenos Aires Gelegenheit, die ersten Prozesse gegen die Militärjunta zu beobachten.

Als Strafverteidigerin will Beschuldigte, die zu Recht oder zu Unrecht in die „Fänge“ der Justiz geraten sind, vor Fehlentscheidungen von Staatsanwaltschaft und Gerichten bewahren und mich dafür einsetzen, dass sie ein faires, rechtsstaatliches Verfahren erhalten.

Was macht für Sie eine gute Strafverteidigerin aus?

Sie ist streitbar und unabhängig, selbstbewusst und durchsetzungsfähig. Sie ist kreativ und kommunikativ.

Eine gute Strafverteidigerin macht ihre Mandanten auf die „Risiken und Nebenwirkungen“ eines Strafverfahrens aufmerksam. Sie erörtert mit ihnen denkbare Verteidigungsstrategien und ist bemüht, für sie das  bestmögliche Ergebnis zu erreichen. Das heißt, sie rät ihnen auch -  soweit machbar – zu einer sinnvollen Abkürzung des Strafverfahrens.

Was bedeutet Ihnen die Kanzlei „Danckert Huber Bärlein“?

In diese Kanzlei, die in allen Bereichen des nationalen und  Internationalen Strafrechts tätig ist und sich überdies  mit „Compliance & Internal Investigations“ beschäftigt, kann  ich neben meinem Strafrechtswissen meine Auslandserfahrungen und  Sprachkenntnisse einbringen.  Mir gefällt der Mix aus  qualifizierten jungen und älteren Kollegen, die, insbesondere in komplexen Wirtschafts-und Steuerstrafverfahren, im Team arbeiten und zum Wohle der Mandanten umsetzen.

Da ich mit der Kanzlei „nur“ in Bürogemeinschaft verbunden bin, bewahre ich mir meine  Unabhängigkeit und kann mich auf  Allgemeines Strafrecht sowie die Bereiche Nebenklage und  Zeugenbeistand konzentrieren.

Womit beschäftigen Sie sich außerhalb des Büros?

Ich bin seit 40 Jahren Mitglied der FDP. Als Vizepräsidentin der „Deutschen Gruppe von Liberal International“ (DGLI) und Mitglied des „Bundesfachausschusses für Internationale Politik„ der FDP versuche ich, mich in Deutschland für eine Gesellschaft, die auf Eigenverantwortung und Rechtsstaatlichkeit gründet, einzusetzen und  als Mitglied des „Human Rights Committee“ von Liberal International weltweit für die Verwirklichung der Menschenrechte zu kämpfen.

Wenn mein Lebensgefährte in Nepal mit Freunden auf Trekkingtour ist, setze ich mich in Venedigs Bibliotheken und versuche, der Geschichte der venezianischen Botschafter (der sog. „Baili“) am Hofe des Sultans in Konstantinopel im 15. und 16. Jahrhundert nachzuspüren.

Und schließlich bleibt mir als siebenfacher Großmutter ohnehin wenig Zeit und Raum für Langeweile.

Publikationen

Mitgliedschaften

  • Deutscher Anwaltverein (DAV)
  • Berliner Anwaltsverein e.V.
  • Rechtsanwaltskammer Berlin (RAK)
  • Berliner Strafverteidigervereinigung e.V.
  • Deutsch-Brasilianische- Juristenvereinigung e.V.
  • Deutsch-Israelische Juristenvereinigung (DIJV)
  • ICDL- Germany e.V.(International Criminal Defence Lawyers)
  • Deutsche Gruppe von Liberal International e.V. (DGLI)
  • Transparency International, Deutschland e.V.
  • Verband der Stipendiaten und Altstipendiaten der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit e.V.
  • Freundeskreis Teatro La Fenice